Erlkoenig – Craft Beer aus Bamberg

Wer die Braustätten im Bamberger Stadtgebiet mitgezählt hat, ist bisher auf neun Stück gekommen. Vor ein paar Wochen öffnete eine neue Kultstätte für Craft Beer Fans in der Weltkulturerbe-Stadt: Der Erlkoenig. Jetzt sind es zehn. Es folgt ein Erfahrungsbericht…

Auch nach vier Jahren in Bamberg, kann mich diese Stadt noch überraschen. Teils, weil ich Kneipen und Restaurants entdecke, die schon immer da waren (aber kein Mensch kennt). Teils aber auch, weil die gastronomische Vielfalt sich immer weiter entwickelt und gedeiht.

Hatte Bamberg bis vor ein paar Jahren in erster Linie Kneipen und Restaurants, in denen klebriger Fruchtsaft mit billigem Alkohol zu sogenannten Cocktails vermischt wurde, gibt es mittlerweile mit dem Dude, dem Plattenladen oder dem schwarzen Schaf Etablissements, die die Bezeichnung “Bar” auch verdienen. Ähnlich ist es mit de Brauereien in Bamberg:
Es gibt viele Brauereien, die in Kästen abfüllen und deren Bier im Getränkemarkt verfügbar ist. Natürlich sind die Biere dieser Brauereien auch sehr lecker, aber dann gibt es noch die Kleinen; die Brauereien, deren Flaschen man nur an (oder unter) der Theke bekommt. Die hopfenen Besonderheiten, die wir gerne mal zu speziellen Anlässen trinken – oder halt wenigstens nicht so häufig…

Zu diesem speziellen Brauereien zählt für mich ab jetzt, auch der Erlkoenig. Das neue Restaurant vor den Toren Bambergs (OK: Gaustadt. Wir können uns jetzt darüber streiten, ob Bamberg oder nicht…) braut sein eigenes Bier, bäckt sein eigenes Brot und macht auch sonst alles richtig!

Das Bier

Der Erlkoenig bietet regulär fünf verschiedene Craft Beer Sorten an, die sich durch die Bank empfehlen lassen – und übrigens alle aus Weyermann Malzen gebraut werden.

Das American Pale Ale ist geschmacklich das Flaggschiff des Sortiments. Die Rezeptur, die traditionell an das Indian Pale Ale angelehnt ist, überzeugt mit einer fruchtigen Leichtigkeit. Dem folgen das European Amber Lager 1.0 und das EAL 2.0. Beide sind malziger und weitaus weniger gehopft als das APA, was sie für Lager- und Helles-Trinker überaus attraktiv macht. Mit dem Keute bietet der Erlkoenig ein etwas hefiges und sehr süffiges Bier, das sich gerade für warme Sommertage zu eignen scheint. Das trifft sich gut, denn sobald die Tage wärmer werden, wird der Erlkoenig einen schönen Außenbereich haben. Gerade für Fahrradfahrer und Sonntagsausflügler ist das dann ein schöner Zwischenstopp.

Die fünf Biersorten von links nach rechts: Keute, APA, Ebony Smoke, Amber 1 & Amber 2 (oder andersrum...)

Die fünf Biersorten von links nach rechts: Keute, APA, Ebony Smoke, Amber 1 & Amber 2 (oder andersrum…)

Aber halt: Ein Bier fehlt noch! Das Ebony Smoke Touch ist eine Hommage and die Brautradition der fränkischen Rauchbiere. Nur besser: Wer bei Schlenkerla & Co. oftmals das Gefühl hat, in einen Schinken zu beißen, wird hier positiv überrascht. Das Ebony ist eher ein Stout mit einer dezenten Rauchnote und für Bierfreunde auf jeden Fall einen Schluck wert.

Zum probieren empfiehlt sich das CRAFT BOARD für 3,90€. Das kann man dann auch öfter probieren :) (siehe Bild)

Das Essen

Bisher habe ich zweimal im Erlkoenig etwas gegessen. Als Vegetarier kann ich Euch nur von den fleischfreien Alternativen berichten, aber meine Begleiter haben auch nur Lob für Gerichte mit tierischer Beteiligung gefunden.

Für mich ist das kulinarische Herzstück des Erlkoenigs der Holzbackofen. Hier werden die leckeren “Roggenkönige” frisch im Ofen gebacken. Die fränkischen Pizzen werden mit Demeter-Mehl hergestellt und erinnern mit ihren Belägen und der Creme Fraîche an Flammkuchen – schmecken aber weitaus besser.

Frisch aus dem Holzbackofen und allein kaum zu bezwingen: Ein Roggenkönig!

Frisch aus dem Holzbackofen und allein kaum zu bezwingen: Ein Roggenkönig!

Das andere Mal habe ich eine Ofenkartoffel gegessen. Bei diesem Gericht kann man wenig falsch machen. Im Erlkoenig macht man dabei aber auch vieles richtig!
Mit frischem Gemüse, einer hausgemachten Tomatensauce und einer Salatbeilage, die sich sehen lassen konnte, war auch ein so einfaches Gericht eine besondere Freude.

Fazit

Sowohl bei den Gerichten als auch beim Craft Beer merkt man, dass viel Liebe und Mühe in den Produkten steckt. Das Service-Team ist auf Zack, obwohl der Erlkoenig erst seit wenigen Wochen geöffnet hat. Es empfiehlt sich auch schon, zu reservieren!

Neben den tollen, kulinarischen Angeboten ist das Restaurant selbst auch ein Erlebnis! Die Innenraumgestaltung ist sehr liebevoll gemacht und verbindet moderne Architektur mit traditionellen Brauereiaspekten. So ist auch auch sehr stimmig, dass ein Teil der Brauanlage direkt im Gastraum steht. Manchmal kann man sogar den Braumeister bei der Arbeit beobachten. Ich werde auch in Zukunft noch öfter den Weg nach Gaustadt auf mich nehmen, denn für echte Craft Beer Fans ist der Erlkoenig die neue Anlaufstelle in Bamberg – und wahrscheinlich auch im Umkreis von 50 km.

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