Brauereien in Scheßlitz

Wenn man einmal über den Tellerrand Bambergs hinaus schaut, entdeckt man – versteckt zwischen Hügeln und Wäldern – viele Dörfer und Ortschaften, von denen meist noch nie ein Mensch gehört hat. Sie tragen klangvolle Namen wie Ampferbach und Melkendorf. Neben Bamberg und Hallstadt gibt es noch eine andere Ortschaft, mit Stadtrecht: Scheßlitz.

Wo oder was ist Scheßlitz?

Durch die Lage im Talkessel und am Knotenpunkt wichtiger Handelsrouten östlich von Bamberg, erlangte die Stadt Scheßlitz schon früh Bedeutung für die Region: Um das Jahr 800 nach Christus gegründet, erhielt Scheßlitz 1230 n.Chr. das Stadtrecht. Von da ab wurde zwischen Giechburg und Gügel nicht lange gefackelt. Ob Hussiten, Schweden oder die eigenen Bauern: Irgendjemand zündete immer wieder die Stadt an. An diese ungewollten Sanierungsmaßnahmen erinnern heute noch Straßennamen wie Kohlstatt und Brand.

Glücklicherweise verschonten die Brände die Brauereien der Stadt, denn diese können sich wirklich sehen lassen. Im Stadtgebiet gibt es noch drei Brauereien:

Die Brauerei Drei Kronen in Scheßlitz, die Brauerei Hoh in Köttensdorf und die Brauerei Hartmann in Würgau.

Das Dillighaus war das Zunfthaus der Brauer in Scheßlitz

Das Dillighaus war das Zunfthaus der Brauer in Scheßlitz

Brauerei Hartmann

Die Brauerei Hartmann in Würgau besitzt bereits seit 1550 das Schankrecht, was sie zu einer der ältesten Brauereien in ganz Bayern macht. Neben Hefe und Pils bestellen Kenner hier den Felsentrunk. Das Wasser für das süffige Bier kommt aus der hauseigenen Felsenquelle und verleiht dem Felsentrunk eine einmalige Note. Man genießet ihn im Winter am besten in der historisch wirkenden Gaststube. Im Sommer bieten große Kastanienbäume Schatten für bis zu 400 durstige (und hungrige) Ausflügler.

Brauerei Hoh

Wenn man einmal nach Köttensdorf kommt – aus welchen Gründen auch immer – so empfiehlt es sich, einen Halt bei der Brauerei Hoh zu machen. Neben der hohen Wahrscheinlichkeit, alle 125 Einwohner des Dorfes hier zu treffen, bekommt man hier wahrscheinlich auch das beste Pfefferhähnchen in Oberfranken.
Dazu empfiehlt sich das dunkle Lager, welches nur für den eigenen Ausschank gebraut wird.

Brauerei Drei Kronen

Ursprünglich war die Biervielfalt in Scheßlitz reichhaltiger, als sie es heute ist: So erinnert sich vielleicht manch einer noch an die Brauerei Barth-Senger, die 2012 den Braubetrieb einstellte. Die Schmitt-Bräu wurde im Jahr 2001, nach über 150 Jahre Biergeschichte, stillgelegt. Hartnäckig wehrt sich glücklichweise die Brauerei Drei Kronen gegen das landesweite Brauerei-Sterben.
Direkt im Zentrum von Scheßlitz an der Hauptstraße gelegen, betritt man eine Landbrauerei wie aus dem Bilderbuch. Gebraut werden ein bernsteinfarbenes Lager, ein süffiges Pils und ein Weizen. Saisonell gibt es natürlich auch ein Bockbier. Wer den Bock der Drei Kronen probieren möchte: Am 20.11. ist ab 17:00 Bockbieranstich!

 

Ich hoffe, ich konnte Euren Bier-Horizont heute etwas in Richtung Osten erweitern. Ich finde, gerade wenn man viel im Bamberger Stadtgebiet unterwegs ist vergisst man oft, dass der Landkreis viel größer ist 😉

Bald werfen wir auch mal einen Blick in die anderen drei Himmelsrichtungen!

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