Biersorten

Sortencharakteristik

Märzenbier:

Seinen Namen trägt das Märzen, weil es traditionell im Monat März gebraut wurde, um den Sommer über haltbar zu sein. Es ist ein untergäriges Bier mit einem Stammwürzegehalt von mindestens 13 %. Typisch für das Märzen ist der vollmundige, malzaromatische Geschmack. Es ist von geringer Hopfenbittere, und seine Farbe geht von goldgelb bis hin ins Dunkle.

Rauchbier:

Das Rauchbier ist eine Bamberger Spezialität, deren Wurzel bis ins Mittelalter reicht. Früher konnte das Malz – aufgrund fehlender technischer Möglichkeiten – nur durch Erhitzen über dem offenen Feuer bei seinem Keimprozess gestoppt werden. Dabei nahm das Bier einen starken Rauchgeschmack an, der sich bis heute großer Beliebtheit erfreut. Das Rauchbier wird untergärig gebraut und hat einen Stammwürzegehalt von mindestens 11 %. Es ist meist vollmundig, raucharomatisch, niedrig gehopft und von dunkler Farbe.

Lagerbier:

Zu den Lagerbieren zählen grundsätzlich alle untergärigen Biere. Je nach Region kennt man das Lagerbier auch als Hell- oder Vollbier.
Lagerbiere in Bamberg können hell, dunkel, filtriert, unfiltriert, gespundet oder auch ungespundet sein. Der Stammwürzegehalt liegt zwischen 11 und 12 %. Lagerbiere sind in der Regel gering gehopft, leicht im Trunk und lange haltbar.

Kellerbier:

Kellerbier ist ein unfiltriertes, naturtrübes, untergäriges Bier mit wenig Kohlensäure. Die Bierhefe lässt es leicht trüb erscheinen. Der Stammwürzegehalt liegt zwischen 12 und 13 %, die Farbe ist eher dunkel. Kellerbier ist hopfenbetont und vollmundig im Geschmack.

Pils:

Pils wurde 1842 zum ersten Mal in Pilsen gebraut und galt als das erste untergärige Bier. Da den Brauern im böhmischen Pilsen ihr traditionelles Bier nicht mehr schmeckte und sowohl die Qualität als auch die Haltbarkeit stark zu wünschen übrig ließen, entschlossen sie sich, die bislang obergärige Bierproduktion auf die untergärige umzustellen. Seitdem sind die Biere Pilsener Art die beliebteste Biersorte der Deutschen. Das Pils ist von hellgelber Farbe, leicht im Trunk. Sein Stammwürzegehalt liegt zwischen 11 und 12 %. Es hat eine ausgeprägte Hofenbittere, häufig mit fein- herbem Hopfenaroma.

Starkbiere (Bock- und Doppelbockbiere):

Die Bezeichnung „Bockbier“ hat mit den Vierbeinern nichts zu tun. Vielmehr war die niedersächsische Stadt Einbeck – in der das Starkbier zum ersten Mal gebraut wurde – namensgebend. Da der bayerische Herzog in den Genuss des niedersächsischen Bieres kommen wollte, entschlossen sich die Bayern zu Beginn des 17. Jahrhunderts, auch in Bayern Starkbier zu produzieren, da ihnen der Transport auf Dauer zu aufwändig war.
Im Bamberger Bierland sind Starkbiere meist untergärig, werden in Ausnahmefällen aber auch obergärig als Weizenbock ausgeschänkt. Bockbiere zeichnet ein Stammwürzgehalt von mindestens 16 % aus. Doppelbock, oder Biere, die auf -ator (z. B. Bambergator) enden, müssen sogar einen Stammwürzgehalt von mindestens 18 % haben. Bockbiere sind besonders starke Biere. Sie können hell oder dunkel sein, schmecken sehr vollmundig und malzaromatisch mit wenig dominierender Hopfenbittere. Bockbiere galten lange Zeit in den Klöstern als Fastenbiere, da die Mönche die stark eingeschränkte Aufnahme fester Nahrung durch entsprechend gehaltvolle Getränke zu kompensieren versuchten, denn Flüssiges bricht bekanntlich das Fasten nicht. Saisonal werden Starkbiere überwiegend in der kalten Jahreszeit ausgeschänkt.

Weizen oder Weißbier:

„Ein Weißbier soll stark perlen und hoch schäumen. Es muss die dem Hopfen eigene Bitterkeit mit sich führen, auf dem Gaumen eine erquickende Empfindung erregen, und der kitzelnde Geschmack desselben muss sich auch dem Geruch mitteilen“ – so befahl es der Bayerische Kurfürst von 1803 den Brauern.
Weizenbier ist eine urbayerische Angelegenheit und im Freistaat mit etwa einem Drittel der Produktion die bedeutendste Biersorte. Sie wird aus Gersten- und Weizenmalz gebraut. Weizenbiere gibt es hell oder dunkel, sie sind sehr spritzig durch ihren hohen Kohlensäuregehalt, malzaromatisch und schwach gehopft. Der Stammwürzegehalt liegt zwischen 11,5 und 13 %.

Weitere Biersorten

Altbier:

Herbes Bier, das seine dunkle Farbe durch karamellisiertes Malz erhält. Alt heißt es, weil es nach althergebrachter Art obergärig gebraut wird. Verbreitungsgebiet ist überwiegend Düsseldorf und Niederrhein.

Kölschbier:

Obergäriges, sehr helles und hopfenbetontes Bier. Überwiegend wird es im Köln-Bonner Raum ausgeschänkt.

Roggenbier:

Dunkles, aromatisches, obergäriges Bier, das mit Roggenmalzanteilen gebraut wird.

Dinkelbier:

Ebenfalls dunkles, aromatisches, obergäriges Bier, das allerdings mit Dinkelmalzanteilen hergestellt wird.

Berliner Weiße:

Spritziges, säuerliches, wenig gehopftes, hefetrübes, obergäriges Schankbier.

Malzbier:

Obergärig, mit Zusatz von Zucker; Malzbier ist dunkel, malzaromatisch, alkoholarm und von süßlichem Geschmack.

Exportbier:

Helles, untergäriges Bier – sehr hopfenarm und deshalb mild im Geschmack.

Diätbier:

Helles, hopfenbetontes und untergäriges, nahezu kohlenhydratfreies Bier, das eigens für Diabetiker gebraut wird.

Leichtbier:

Unter- und obergäriges Bier, mit etwa 40 % weniger Kalorien und 40 % weniger Alkohol als ein vergleichbares Vollbier.

Alkoholfreies Bier:

Alle Biere, die weniger als 0,5 % Alkoholgehalt haben, dürfen als alkoholfrei bezeichnet werden. Durch spezielle Verfahren ist es möglich, bei der Gärung keinen Alkohol entstehen zu lassen oder ihn dem fertigen Bier nach der Herstellung wieder zu entziehen.

Weitere Begriffe rund ums Bier

Stammwürze:

Darunter versteht man eine entscheidende Messgröße beim Bierbrauen. Sie bezeichnet den Anteil der aus dem Malz und Hopfen im Wasser gelösten Stoffe vor der Gärung. Vereinfacht gesagt, wird beim Brauen die Stammwürze durch die alkoholische Gärung mittels Hefe zum Bier.
Gewichtsbezogen entstehen durch die Gärung etwa 1/3 Alkohol und 1/3 Kohlensäure, 1/3 bleibt als Restextrakt im vergorenen Bier.

Alkoholgehalt:

Eine Würze mit 12 % Stammgehalt enthält rund 8 % vergärbare Kohlenhydrate (Malzzucker), die durch die Gärung in vier Gewichtsprozent Alkohol umgewandelt werden. Diese entsprechen etwa fünf Volumenprozent (Milliliter Alkohol pro 100 Milliliter Bier). Diese Alkoholkennzeichnung steht auf den Bier-Etiketten.

Spundung:

Bei der Nachgärung im Lagertank wird das Bier unter Druck gehalten, damit es die gewünschte Menge Kohlensäure bekommt. Je höher der Spundungsdruck ist, desto höher wird der Kohlensäuregehalt im Bier ausfallen. Die Kohlensäure ist mit verantwortlich für die prikkelnde Frische und Schaumbildung des Bieres.

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